27. Juni 2010 / 5. Mühlwalder Vertikal-km
1.000 m Höhenunterschied - 4,1 km

Noch
vor dem Pfalzner Cross Lauf schaue ich schon seit Wochen auf die Almen und
Berge: „Wie lange hält sich noch der Schnee? Geht schon ein Läuferl? Wo stehe
ich etwa heuer zu Beginn der Saison?“
Am
16.5. war es dann soweit, ich musste nach oben – wie gehabt! Das fehlte mir, die
Almen, die Höhenluft, der kühle Wind, die Aussicht nach unten ins Tal. Meine
Mutterstrecke musste es natürlich sein: Der Vertikallauf in Mühlwald, aber nur
bis zur ersten Alm – höher gings noch nicht – zuviel Schnee, in jedem Fall ab
ZZ 2, der oberen Obergassalm.
Also
lief ich bis ZZ1, der unteren Obergassalm und das gleich zum Auftakt in einer
neuen Bestzeit von 26:46! (154 DSP, 161 HP). So schnell war ich
NOCH NIE in meinem Leben bei dieser Alm. Saison fängt also schon mit Knaller an,
meine ca. 800 km, die ich heuer schon lief, lassen also erkennen, dass mein
Training auch für den Berglauf was bringt, auch wenn es noch Muskelkraft
aufzubauen gilt. Gegenüber dem 30.9.09, wo ich zuletzt eine ZZ nahm
-2,05 Minuten. Ergäbe aufgerechnet eine Zeit von 49:40 (16.9.09 waren es
53:12), das wäre ja traumhaft, aber ob ich dieses Tempo halten kann bis ins Ziel
– die nächsten Wochen werden es zeigen, aus heutiger Sicht müsste ich sagen –
das wird nicht gehen.
Fing viel zu schnell an (16,8 km/h) bergauf!
Hatte schon vor dem Einstieg in die Vertikale (2:11) keine Luft mehr und setzte
bereits auf Straße die Stöcke ein (Adrenalin – endlich wieder berghoch).
Dass es dann doch so eine Bestzeit gibt, habe ich nicht erwartet, hatte ein paar
Hänger, aber ich kenne das – man meint immer, schneller geht’s nicht, und dann
geht’s doch noch schneller. Also eine 49iger Zeit trau ich mir zu, und das wären
schon mal 6 Minuten schneller als im Vorjahr – ob ich das auch schaffe, wird
sich zeigen, denn 6 Minuten Bergauf bei dieser kurzen Strecke zu holen (in einem
Jahr) ist eigentlich nicht vorstellbar.
Obo
its schau wo amo, noa we wo schu sechn, würde der Kaiser sagen, wenn´s a
Millwolda gewesen wäre.
11.06.2010: Diese
Woche habe ich mich wieder mal neben meiner Arbeit um die Schnelligkeit auf
ebener Strecke gekümmert. Montag 66 Minuten in Linz am Donaustrand, Dienstag 2
Stunden, bzw. 24 km Fettstoffwechsellauf bei 132 DSP (A1) im Olympiapark in
München. Das sind im Bezug auf den nächsten Marathon sehr vielversprechende
Werte. Hatte Gast hier, welcher mir Berbesserungen zur Lauftechnik beibrachte
und das erkannte ich bei den beiden Läufen sofort. Also die 3 Std. knacke ich am
31.10., das ist fix! (oder auch nicht). Mein vorrangiges Ziel für heuer.
Heute VERTIKALKILOMETER Mühlwald - Testlauf mit neuer Bestzeit bei 147
DSP und 155 HP: (könnte sein, dass dies der einzige bleibt). ZZ 27,28 (-1,23) ZZ
42,17 (-2,28), Endzeit 50,57 (-2,53) gegenüber dem letzten Test vom
30.9.2010 und schon 5,22 Minuten schneller als im Vorjahr!!!!
19.6.2010 Gipfelsturm:
Heute zeigte die Natur mal Stärke. Am Start bei den "Wega Mühlen" zum
Reisnock war es stark bewölkt, aber ich dachte mir, das geht sich aus -
trotzdem Wetter angesagt war. Bei der Weidacherhütte fing es dann an zu regnen,
ab dem ersten Steinstich ca. 150 hm darüber der Kälteeinbruch und Hagel.
Klatschnass, kalt, der gesamte Berg in Wolken gehüllt (Gott sei Dank keine
Blitze, denn vor denen habe ich oberhalb der Baumgrenze wirklich Respekt).
Was machst Du: zurück, über diesen Grad, wie ich rauf kam -
unmöglich, zu gefährlich; auf der Rückseite runter nach Terenten, auch nicht so
ratsam, kenn mich da nicht aus; oder rauf auf den Gipfel, und koste es eine
Überwindung der inneren Stimme!?
Starker Schneefall setze ein, ich fühlte mich aber super gut und schnell - also
dachte ich mir, packst Dus ..., und so war ich dann in 1,31 von 1.213 hm auf
2.663, also 1.450 Meter hoch gestiegen. Zurück zur Rotbachbrücke dann in
1:01.
Erstmals konnte ich nachvollziehen, wie es den Läufern ging, welche vor 2 Jahren
auf der Zugspitze ums Leben kamen, denn nach oben war alles klar, aber beim
Abstieg (in einem T-Shirt und kurzer Hose) frohren mir vor allem die Hände fast
weg. Ich lutschte die Daumen, um schlimmstes zu vermeiden (das half), gab Hände
unter die Schultern um zu wärmen (half nichts). Den Körper konnte ich durch
flotten Lauf (nach dem Gipfelabstieg) wieder warm bekommen, aber die Hände
blieben eiskalt und steif. Nach 15 Minuten Sauna hatte ich wieder ein Gefühl in
den Daumen - war also nichts zu Lachen. Ein einmaliges Erlebnis, was sich nicht
wiederholen muss.
23.6. Donnerschlag:
Von 1.100 (Stockerbrücke) über den Wengsee auf 2.299 in 1:18:07 (1.199 hm).
Bis zum Wengsee (locker gelaufen in 46:22 bei DSP 128) o.k., nachher nur
mehr gerade nach oben - querfeldein bei DSP 138. Runter dann in 46:10 bei DSP
117.
Dieser Berg ist nicht empfehlendwert. Kein Weg und für Wanderer viel zu
gefährlich. War erstmals im Leben da oben (Aussicht grandios), bin mir aber
nicht so sicher, wie schnell ich da wieder rauf will.
Morgen folgt noch 10
Minuten Volldampf, dann locker weiter und dann läuft der count down - mit dem
Traumziel: eine Sekunde unter 50 Minuten. Enttäuscht wäre ich nur, wenn es mehr
als eine 51iger Zeit wird - zufrieden ab 6 Minuten Zeitverbesserung gegenüber
dem Vorjahr, was ich mir vor einem Jahr ausgeschlossen vorstellen hätte können.
Also liebe Leser, drückt mir und meinem Gast, dem Joa Kaufmann, welcher extra
aus Stuttgart anreist, die Daumen, dass es uns beiden gut geht!!!
27.06.2010 DAS RENNEN:
UNGLAUBLICH - SAGENHAFT! Eine Zeit, die ich mir selbst nie vorgestellt
hätte!!!
Vor allem nach dem letzten Testlauf, der knapp 51 war. Fing nicht zu schnell an,
2:35 (langsamer als bei jedem Training), 1. ZZ 25:55 / 2. ZZ 40:00). War
immer am Zenit und trotzdem dachte ich, das wird keine gute Zeit. Erst bei
ZZ1 stellte ich fest, das kann eine unter 50iger werden.
Scheinbar zahlten sich die brutalen Bergläufe (bis zu 1.500 hm immer gerade
rauf) der letzten 2-3 Wochen aus. 8 Minuten und 36 Sekunden schneller als im
Vorjahr. Jetzt bin ich im vorderen Mittelfeld und da geht es echt hart auf
hart, da sind in wenig Zeit viele Plätze drinnen, 2 packte ich wieder in den
letzten 100 Metern mit einem Endspurt. Dafür bin ich immer zu haben, auch wenn
ich nachher nur mehr umfalle und ich keine 20 Meter mehr weiter käme. Aber da
erkennt man den "Kämpfer Hermann". Beruflich wie auch privat, oder im
Sport. "Gib immer und zu jeder Zeit Dein Bestes". Damit fuhr ich
mein Leben lang gut!
Ein großes Lob auch meinem Laufkollegen Joa Kaufmann,

der extra von Stuttgart
anreiste, um dieses Spektakel mit zu erleben. Er schaffte nach einem
Halbmarathon vor einer Woche in 1:45 nun diese Gewaltstrecke in grandiosen
1:13:26.
Für nächstes Jahr hat sich heute schon unser Stammgast "Eggi" aus Hamburg
angesagt und er möchte einen Kollegen mitbringen - der ist Triathlet, mein
lieber Mann, dann geht's aber richtig zur Sache 2011.
Joa's Frau Birgit hat heute mal eine Besichtigung gemacht und schließt es
nicht aus, sich nächstes Jahr auch zu versuchen und fix angemeldet für nächstes
Jahr hat sich bei uns auch schon der Reinhold aus Hitzendorf (Bayern),
hier im Bild mit seiner Frau Mathilde

der sah sich die Sache
ebenfalls heute an und beschloss, nächstes Jahr dabei zu sein. Bei so viel
Prominenz muss ich mir natürlich dann was einfallen lassen, denn die sprachen
heute von einer Staffel.
Nachtrag zum Spaß:
Wir erfuhren am Ende bei gemütlicher Grillparty und kleinem Feuerwerk, warum Joa
nicht schneller war: vor ihm lief eine hübsche junge Mühlwalderin, die fast nur
einen String Tanga angezogen hatte. Nächstes Jahr muss er dann mit einem
verbundenen Auge laufen, dann dürfte er schneller sein (oder 10 Minuten früher
starten).

Liebe Grüße, Hermann vom
Landpalais
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