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   12. Dezember 2009  - 13:00 Uhr 
   zi hintoscht ins Toul renn / Luttach - Hl. Geist

   22,6 km /  668 Höhenmeter


 

16.10.09: Die Laufsaison neigt sich dem Ende, aber die Bergeshöhn rufen - lassen mich nicht los.
Der Gedanke: „einmal geht’s noch, bevor der Schnee kommt“ – einfach schön.
Die Frage: „warum hast Du das bisher in Deinem Leben nicht ausgiebiger genossen“ – leicht und mit Genugtuung zu beantworten (verrate ich jetzt aber nicht).
Das Gefühl mit der Natur ganz eng verwurzelt zu sein, bald jeden Schritt auf dieser Strecke zu kennen: wohltuend und beruhigend – völlige innerliche Zufriedenheit.

Der erste Kriselschnee liegt auf den Almen, aber ich sehne mich heuer mehr denn je danach, da oben zu sein. Ich, alleine, da oben, Eins mit der Natur. Ganz alleine, wo Senner, Rinder längst daheim im warmen Haus und Stall. Da oben, wo sich Wiesen und Wälder vorbereiten auf eine harte, lange und kalte Zeit, die letzten grünen Blätter den Minusgraden zum Opfer fallen, Bäume ihre Nadeln purzeln lassen, das Wild einer gewaltigen Herausforderung gegenüber steht, Murmeltiere schlafen.
Und genau in dieser unglaublichen Idylle und Einsamkeit EIN einziger Läufer rauf zur Kircheralm – ein zufriedener Mensch, der bei jedem Mitmenschen das Beste sieht, und an das Gute in jedem Menschen glaubt. Sich freut, dass die Welt so ist, wie sie ist und das Sprichwort der „guten alten Zeit“ als großen Unsinn bezeichnet, da überzeugt, dass er ein Glück hatte, in der besten und schönsten Zeit leben zu dürfen, die es je auf diesem Kontinent gab.

Angekommen bei 6 Grad C, mit neuer unglaublicher persönlichen Bestzeit von 0:45:15 (ZZ 19:30 (-30)/ 29:30(-30)/ 38 (-60)). Die Freude war groß, die konsequente Aufbauarbeit der letzten Wochen mit 2 Intervallläufen, ca. 40 km Ausgleichsläufen und ein paar Stunden in der Kraftkammer hat sich gelohnt. Bin auf den neuen Streckenrekord gewaltig stolz, kann das gar nicht glauben. Schaffte das heute in 1,26 schneller wie am 23.9.09, wo ich auch auf die Sekunde genau 1,26 Minuten schneller war, als am 31.07.09. Also in 2,5 Monaten um 2,52 schneller. Langsam wird es mir unheimlich, aber ich spürte heute genau die Kraft, die ich im letzten Abschnitt noch hatte - dank gezielten Muskeltrainings.
(P.S.: überraschte beim Abstieg an einer Wegecke einen fetten kräftigen Rehbock (noch mit Geweih), war dem 10 Meter nah (kein Jägerlatein)).

Also liebe Leser, ich melde mich – machts gut und genießt den Herbst so viel wie möglich im Freien – am besten sich kräftig bewegend, dann werdet ihr noch glücklichere Menschen als jetzt sein – wetten dass !!!!

Aus dem Landpalais am warmen offenen Kamin bei einem super schmeckenden alkoholfreien Drink (und dem Notebook am Schoß) grüßt - Hermann Gerald Plaickner
 

23.10.09: NEUE LAUFSTRECKE: Hotel Mühlwald - Auer Stöckl - Steinerhof: 8,11 km, (1150-1600) Zeit: 0:46:19.

24.10.09: Gornerberg-Henne (1.450 auf 2.475) ZZ (Mairhofalm) 0:33:00 (+0,45 geg. 26.9.) Endzeit: 0:59:47 (+3:03 geg. dem 25.9.09), jedoch erstmals ohne Stöcke (um Beine zu kräftigen) + Schneehindernis (teilweise bis zu 8 cm). "Also nicht ärgern, Kollege Hermann."

25.10.09: 11 km - teilweise Intervall-Berglauf (Teilstrecke Kellerbauerlauf: Höchstpuls 162).

29.10.09: Ausgleichslauf in Linz (Puls unter 142) 13,8 km in 1:04:00

01.11.09: Ein letztes mal zog es mich nochmals in die Berge. Sportplatz-Kircheralm (700 Hm - 7 km). Hielt ich am 16.10. die Zeit für unglaublich, so schaffte ich diesmal die Strecke in echt flottem Dauerlauf in einer neuen Bestzeit von 0:43,48. (ZZ 18:38 (-52)/ 28:18(-1,12)/ 36:35 (-1,25)). Denke, diese Zeit hält jetzt lange, denn die Null Grad waren geradezu der perfekte Kühler für meinen Kreislauf. Bei 10% Steigung knappe 10 km/h und 157 Puls/Schnitt ist langsam eine Grenze erreicht, wo man sich sagt, schneller wirds kaum mehr gehen, denn es war auch das leichte kurze Schwindelgefühl im Ziel da, welches ich nur einmal - im Ziel beim Chemnitzer-Hüttenlauf erlebte - leider halt auch ein Kick, den man nicht missen möchte. (p.s.: am 2. November schneite es bis zu 25 cm - hatte also gestern noch Glück mit dem Lauf - sozusagen die letzten Stunden ohne Schnee noch genutzt).

07.11.09: TUBRIS Zentrum, Sand in Taufers (865 hm) - Hotel Mühlwald (1155 hm) 9,12 km in 0:45:47 bei 150 Durchschittspuls - genau 12 km/h Schnitt bei 2 Grad C. Zufrieden.

08.11.09: Sonntag - den ganzen Tag Büroarbeit (zuviel Rückstand), alles o.k., aber ich hatte keine Ruhe in mir. Abends buchten absolut liebe Freunde (Evelyn & Jens aus Leipzig) Urlaub bei uns im August und da mir diese vor einem gutem Jahr noch beide bei weitem auf und davon liefen, diese aber kaum Berge zum trainieren haben, dachte ich, heute legst Du mal im Fitnessraum einen drauf, um im Sommer nicht neuerlich alt auszusehen, wenn diese beiden mit mir einen Ahrntaler Rennbewerb bestreiten, wovon ich ausgehe. Also gelang mir ein neuer Rekord am Crosstrainer:  Härteste Stufe 15 bei 7 km/h 4.838 KJ in 1h, bzw. 5.000 KJ in 1:01:56. Das sind rund 200 KJ mehr, als zuletzt. Langsam bin ich wirklich von Kopf bis Fuß auf Liebe ....... halt, ich wollte schreiben aufs Laufen eingestellt. Nachher noch Sauna mit meiner Frau (Die war übrigens auch an den Geräten neben mir) - na, das ist wie auf Kur um Mitternacht. Perfekte Sache. Jetzt ist es gleich 2 Uhr und ein wenig Arbeit wartet noch auf mich.

15.11.09: Heute gab ich mal 21,67 km Gas. Pfarre Taufers / Kehlburg Gais und zurück über Mühlen in Taufers. (ZZ 45:01 bei 10,6 km)) Zeit 1:32:22, macht 14,1 km/h Schnitt. War zwar müde, aber nicht erschöpft. Bin nun überzeugt, dass ein Marathon zu packen ist, aber  nun peilen wir mal eine ordentliche Zeit (so möglich unter 2 Std.) am 12.12.09 an.

29.11.09: Fast identische Strecke, Zwischenzeit (44:35, also -0:26) bei 14,2 km/h, aber dann brach ich ein wenig ein und beendete den Lauf von 21,32 km in 1:31:44, also 14 km/h Schnitt. Maximilian (10 Jahre) stand  mir mit dem Fahrrad bei - war echt nett von ihm, fragte mich immer wieder, ob ich es eh noch packe.
Meine Frau lief Uttenheim - Gais und zurück, somit 9 km in einer Stunde - also auch tadellos. Viktoria mit 8 Jahren begleitete sie mit den Rollerblades. Man sieht, es gibt für alles Ideallösungen - jeder ist motiviert und zufrieden und alle waren dann aber auch ein wenig müde.

12.12.09: Das Rennen: Nach einem Ausgleichslauf über 16 km vergangenen Sonntag hatte ich eine 65 Std.  Arbeitswoche hinter mir - also keine Zeit zum Trainieren - sakra. So war mir klar:  "verliere keine Zeit am Anfang - denn die fehlt Dir zuletzt - Kraftreserven sind nicht vorhanden."

Meinte am Anfang im falschen Film zu sein, denn ich führte das Feld über den ersten Kilometer an, aber dann kamen eben die Kraftbündel nach und ich musste auf meinen Puls schauen - nicht über 160, sonst war  mir klar, dass ich dieses Rennen nicht konstant durchlaufen kann. Lief dann echt bis zur Erschöpfung und schaffte einen Zeit von 2:01:10. NUR 19,8% langsamer als der Sieger - das gabs noch nie heuer - also zufrieden und mächtig stolz auf mich selbst - wäre vor einem Jahr noch Illusion gewesen!!!
Der Lauf war um 9 Minuten langsamer als die Jahre zuvor - extremer Gegenwind, das war echt keine Freude, daher bewerte ich meine Zeit noch wertvoller. 
So grüße ich alle Leser meiner Seiten recht herzlich zu Weihnachten, wünsche allen ein von Erfolg und Freude geprägtes Jahr 2010 und hoffe, dass viele auf den Geschmack des Laufens kamen. Für mich war das Jahr 2009 durch diesen Sport eines der schöneren - habe so extrem viel erlebt und freute mich mein Leben lang noch nie so über meinen Körper - ca. 850 km und topp fitt - einfach herrlich, also ....... bis 2010!

26.12.09: TUBRIS Zentrum, S.i.T. (865 hm) - Hotel Mühlwald (1155 hm) 9,12 km in 0:46:53 bei 148 Dsp. / dann weiter zum Landpalais auf (1.450 hm) 12,7 km in 1:10:47 bei -7 Grad C.


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